Brut & Wabe — Imkerei vom Beutendeckel aus.
Brut & Wabe ist ein deutschsprachiges Magazin für Imkerei, Bestäubungs-Praxis und Wildbienen-Naturschutz. Wir schreiben über das, was zwischen Beutendeckel und Trachtfeld passiert — über Wabengassen-Kontrolle, Varroa-Behandlung, Sortenhonig-Schleudern, Bestäubungs-Vermietung an den Obsthof und die 585 deutschen Wildbienen-Arten. Keine ADIZ-Konkurrenz, kein Vereins-Bulletin, kein Naturkundler-Magazin. Eine Imker-Publikation, die Imkerei als die zusammengesetzte Disziplin nimmt, die sie tatsächlich ist.
Acht Ressorts — Volksführung, Honig, Bestäubung, Wildbienen, Krankheit, Tracht, Werkzeug, Recht — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jedes Heft füllt alle acht Felder; manchmal verdichten sich drei Texte um eine einzelne Varroa-Behandlung, manchmal hängt eine ganze Ausgabe an einem Bestäubungs-Vertrag mit der Obstbau-Genossenschaft. Die aktuelle Juni-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt in der Sommer-Hochsaison mit Schwarm-Vorbeugung und Tracht-Kalender, in einem Bestäubungs-Service-Modell-Portrait und in der Bienenseuchen-Verordnungs-Anzeige-Pflicht-Strecke.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen Imker-Hobby und professioneller Bestäubungs-Dienstleistung. Etwa 150000 organisierte Imker:innen in DACH halten gemeinsam etwa 1 Mio. Bienenvölker. Etwa 80 Prozent der deutschen Apfel-, Birnen- und Süßkirschen-Ernte sind insektenbestäubt — ohne Bienen-Bestäubung kein Obstbau. Die Bestäubungs-Vermietung als Service-Modell wächst seit den 2010ern, mit Vermietungs-Preisen zwischen 80 und 150 EUR pro Volk und Saison. Gleichzeitig fallen die Wildbienen-Populationen, die für etwa 30 Prozent der Bestäubungs-Leistung in DE verantwortlich sind, weiter ab — Rote-Liste-BfN-Status etwa 40 Prozent der Arten gefährdet oder bestandsgefährdet. Wir verhandeln beide Linien nebeneinander: die Honigbiene als Wirtschafts-Tier und die Wildbiene als Naturschutz-Aufgabe.
Was uns historisch interessiert, ist die kontinuierliche Modernisierung der Imker-Disziplin. Enoch Zander hat 1949 in Erlangen das Zander-Maß standardisiert, das heute noch in Süddeutschland dominiert. Charles Dadant hat 1875 in Illinois die Dadant-Blatt-Beute entwickelt, die in DACH die Magazin-Beuten-Linie prägt. Die Universität Hohenheim hat seit 1991 die Hohenheimer Einfachbeute als die heutige Imkervereins-Standard-Linie etabliert. Wir verstehen Imkerei als das, was sie ist: keine Sammlung fixer Wahrheiten, sondern eine Disziplin, die zwischen Wabe, Volkstärke-Beurteilung und Saison-Kalender jede Woche neu praktiziert wird.
Geschrieben ist Brut & Wabe für Hobby-Imker:innen mit eigenen Völkern, die ihre erste Honig-Schleuderung dokumentieren, für Obstbauern und Gemüse-Gärtner:innen, die Bestäubungs-Service mieten oder selbst Wildbienen-Nisthilfen aufbauen, für Berufs-Imkereien mit über 30 Völkern, die kommerziell vermieten, und für Wildbienen-Naturschützer:innen, die NABU-Projekte koordinieren. Wir setzen Lesefreude an lateinischen Sortennamen und Saison-Kalender-Termini voraus, aber kein ADIZ-Diplom; ein Berufs-Imker mit 200 Völkern wird hier wenig Neues über Wabengassen-Logistik lernen, ein Vereins-Lehrgangs-Anfänger vielleicht schon.
Gastbeiträge
Brut & Wabe nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat — Varroa-Behandlungs-Logbuch, Bestäubungs-Vertrag-Erfahrungsbericht, Wildbienen-Nisthilfe-Bauanleitung, Sortenhonig-Schleuder-Bericht, Bienenseuchen-Verordnungs-Praxis — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen. Konkrete Sorten-Bezeichnungen auf Latein, Beuten-Maße in mm, Volk-Stärke-Beurteilungen in Wabengassen und Saison-Kalender-Datums-Angaben sind willkommen.
Imkerei ist für uns kein Vereins-Hobby mit gelbem Honig-Schraubdeckel. Sie ist die seltene Disziplin, in der eine 60000-Bienen-Familie am Sonntagvormittag im Garten die wirtschaftliche Bestäubungs-Leistung für den benachbarten Apfelbaum erbringt — und ihre Königin am Dienstag still neu setzt.